Warum durcharbeiten schädlich für Ihre Mitarbeiter ist

In diesem kurzen Artikel erfahren Sie, warum durchabreiten schädlich für Sie und Ihre Mitarbeiter bzw. das Personal Ihres Unternehmens ist. Egal, ob als Geschäftsführer, Abteilungsleiter, Personalverantwortlichen, Führungskraft oder Verantwortlichen für Betriebliches Gesundheitsmanagement - dieses Thema ist für alle relevant. 

  • Durcharbeiten führt zu: Kopfschmerzen, Schlafproblemen, sinkender Konzentration & steigendem Unfallrisiko (offensichtlich schädliche Ergebnisse, die wir besser vermeiden wollen)
  • mehr Anstrengung (z.B. Zeitaufwand) führt nicht zu höherer Leistung
  • basierend auf dem BRAC – Modell (BASIC REST & ACTIVITY CIRCLE) von US – Forscher Nathaniel Kleitmann  braucht das Gehirn spätestens nach ca. 90 Minuten eine Pause, danach würden Konzentration & Aufmerksamkeit sinken
  • Arbeitspsychologe & Pausenforscher Johannes Wendsche analysierte 129 Studien aus den Jahren 1990 – 2014
Fazit & Empfehlung
  1. 1
    besonders dann auf Pausen achten, wenn man das Gefühl hat, sich aktuell keine aktive Auszeit leisten zu können
  2. 2
    der Erholungseffekt einer Pause ist zu Beginn am größten => Empfehlung für den Alltag: kurze, aktive Pausen mehrmals täglich in den Berufsalltag integrieren

Quelle: Welt am Sonntag kompakt (18.08.2019, Seite 18 – 19) von Celine Lauer & Wiebke Hollersen

Was beim „Durcharbeiten“ wirklich passiert:

Viele merken es erst spät: Wenn Pausen ausfallen, steigt nicht nur die Müdigkeit – oft sinkt auch die Qualität der Entscheidungen. Aufmerksamkeit wird sprunghafter, Fehler schleichen sich leichter ein und Kleinigkeiten wirken plötzlich anstrengend. Körperlich kommt hinzu, dass langes Sitzen oder monotone Tätigkeiten die Muskulatur einseitig belasten. Typisch: Nacken wird fest, Schultern ziehen hoch, Rücken fühlt sich „komprimiert“ an.

Warum kurze Pausen wirksamer sind als seltene lange
Eine lange Mittagspause ist gut – aber sie ersetzt nicht die kleinen Entlastungen über den Tag. Mini-Pausen funktionieren wie ein Reset: Bewegung bringt wieder Durchblutung in „stille“ Bereiche, der Blick löst sich vom Bildschirm, der Kopf bekommt kurz Luft. Das senkt die Schwelle, mit weniger Widerstand weiterzuarbeiten.

So führen Sie Pausen ein, ohne Widerstand auszulösen

  • Klein starten: 2–3 Minuten reichen, wenn es regelmäßig passiert.
  • An bestehende Abläufe koppeln: z. B. nach jedem zweiten Meeting, vor dem Telefon-Block oder bei Schichtwechsel.
  • Team-Signal vereinbaren: ein Satz genügt („Mini-Pause, wir starten gemeinsam“).
  • Führung vorleben: Wenn Leitungspersonen Pausen legitimieren, wird’s normal.
  • Varianten anbieten: sitzend/stehend, mit wenig Platz, ohne Schwitzen.

Mini-Checkliste für morgen

  • Erinnerungs-Trigger festlegen (Kalender, Teams-Message, Post-it).
  • Drei Standard-Übungen auswählen (Nacken/Schulter, Brustöffnung, Hüfte).
  • Eine feste Uhrzeit testen – zwei Wochen lang.